RKI-Richtlinien

RKI-Richtlinien

Bei der Begehung und Abnahme durch das Gesundheitsamt werden baulich funktionelle Gegebenheiten, die technisch apparative Ausstattung und betriebliche bzw. personelle Hygienemaßnahmen begutachtet. Die Beschaffung von Fußböden, Wänden, Decken, Türen und Fenstern sollte daher immer intakt, sauber, fugendicht und wisch-desinfizierbar sein. Auch das Mobiliar muss zweckmäßig, intakt, sauber, ggf. wisch-, desinfizier- und verschließbar sein. Wichtig außerdem: Waschbecken ohne Überlauf, mit Einhebelarmatur, gewarteter Perlator, Seifen- und Händedesinfektionsmittel im Wandspender, Papierhandtuchspender, Abwurf.

Auszug RKI-Richtlinie Zahnheilkunde

Neben dengesetzlichen Bestimmungen in der Arbeitsstättenverordnung und den Arbeitsstättenrichtlinien sind bestimmte bauliche Anforderungen zu beachten, damit zahnärztliche Behandlungen unter hygienisch einwandfreien Bedingungen durchgeführt werden können. Es wird empfohlen, bei der Planung von Zahnarztpraxen einen Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin, Betriebsärzte und/oder Fachkräfte für Arbeitssicherheit beratend hin zuzuziehen (Kat. III). Abweichungen von den Anforderungen können auch dann zu lässig sein, wenn der Praxisinhaber andere, ebenso wirksame Maßnahmen trifft. Bei Umbaumaßnahmen in bestehenden Praxen sollten die baulichen Verhältnisse so weit wie möglich diesen Anforderungen angepasst werden. Für eine effektive Infektionsprävention ist zwischen den Behandlungsbereichen und anderen Bereichen eine räumliche Trennung sinnvoll.
Fußböden
Für Fußböden der Behandlungsräume ist am Ende eines Arbeitstages eine Feuchtreinigung ohne Zusatz von Desinfektionsmitteln ausreichend. Gezielte Desinfektionsmaßnahmen sind notwendig, wenn eine sichtbare Kontamination des Fußbodens mit Blut, Speichel oder anderen potenziell infektiösen Sekreten vorliegt.
Wartezimmerbereich
Die Ausstattung sollte leicht zu reinigen sein. Das Auslegen von Zeitschriften und Aufstellen von Pflanzen ist hygienisch unbedenklich.
Personalräume
Für das Personal ist ein Pausen-/Umkleideraum, bei Bedarf auch mit Möglichkeiten zur Aufbewahrung von Speisen und Getränken, vorzusehen. In Behandlungs- und Aufbereitungsbereichen sind die Einnahme von Speisen und Getränken und das Rauchen aus hygienischen Gründen unzulässig. Der Wechsel der persönlichen Kleidung gegen die Berufskleidung erfolgt im Pausenraum oder gegenbenenfalls in einem gesonderten Umkleideraum. Dabei muss eine Trennung der persönlichen Kleidung von sauberer und benutzter Berufskleidung möglich sein. Pausenräume dürfen nicht mit Schutzkleidung betreten werden.
Toiletten
Dem Personal müssen gesonderte, für Patienten nicht zugängliche Toiletten mit Waschbecken, Seifenspender und Einmalhandtüchern zur Verfügung stehen.

Auszug RKI-Richtlinie Krankenhaushygiene

Bauliche Anforderungen

Decken, Wandflächen und Fußböden müssen glatt, fugendicht, abwaschbar und mit Desinfektionsmitteln und -verfahren desinfizierbar sein, die vom Bundesgesundheitsamt/Robert Koch-Institut anerkannt sind. Die Wandflächen müssen stoßfest, Fußböden außerdem flüssigkeitsdicht sein und mit einer Hohlkehle ohne Absatz in die Wand übergehen. Textile Bodenbeläge dürfen nicht verwendet werden. Fenster sind zum Schutz der Patienten so auszustatten, dass sie nur durch das Personal geöffnet werden können. Leitungen sind so weit wie möglich fest zu installieren und unter Putz zu legen oder in geschlossenen Kanälen zu führen, deren Außenfläche nass desinfiziert werden kann. Horizontal verlaufende geschlossene Kanäle sind, sofern sie nicht in Armgreifhöhe der Reinigung zugänglich sind, unmittelbar unter der Decke zu führen. Heizkörper und Luftdurchlässe müssen leicht zu reinigen und nass zu desinfizieren sein. Hohlräume über einer Unterdecke sind gegenüber dem zugehörigen Raum und gegenüber Nachbarräumen dicht auszuführen und möglichst unter leichtem Unterdruck zu halten. Hohlwände sind gegenüber den zugehörigen Räumen allseitig möglichst dicht auszubilden. Das gilt insbesondere für die Durchführung von Installationen. Es dürfen nur Waschbecken ohne Überlauf und ohne Verschluss installiert werden. Der Wasserstrahl darf nicht direkt in den Siphon gerichtet sein. Die Armaturen müssen ohne Handkontakt bedient werden können.
Bodenbeläge
Hygienesockel elastischer Bodenbeläge werden als Hohlkehle ausgebildet, Nahtkanten abgedichet.
Umkleideräume
Den Umkleideräumen sollte eine Toilette zugeordnet sein. Leicht erreichbare Duschen sind erforderlich. An die Ausstattung der Umkleideräume werden folgende Anforderungen gestellt:
Garderobenschränke (Trennung von benutzter Berufskleidung, sauberer Berufskleidung und persönlicher Kleidung)
Handwaschbecken mit Seifen-, Desinfektionsmittel- und Handtuchspender, Abwurfkorb
Einrichtungen für das Sammeln der Berufskleidung
Arbeitsraum – rein
Ausreichend Raum ist vorzusehen zur Vorbereitung von Injektionen, Infusionen und
Therapie-Sets sowie zur Lagerung von Einmalartikeln und Medikamenten (u. a. Medikamenten-
Kühlschrank).
Das Handwaschbecken muss von den reinen Arbeitsflächen, z. B. zur Vorbereitung von Injektionen und Infusionen, wegen möglicher Aerosol- und Tropfenbildung räumlich entfernt sein bzw. einen Spritzschutz besitzen. Die Arbeitsflächen müssen ausreichend beleuchtet (500 Lux) sein.
Arbeitsraum – unrein
Wegen der notwendigen Unterteilung der anfallenden Entsorgungsgüter (z. B. Textilien, Glas, Plastik, Papier o. ä.) muss ein entsprechender Platz für verschiedene Behältnisse gegeben sein. Im Arbeitsraum – unrein – müssen ein Ausgussbecken, ein  Steckbeckenspülgerät sowie Haken für die Schutzkleidung vorhanden sein. Die Armaturen des Ausguss- und Handwaschbeckens sollen ohne Handkontakt bedient werden können.
Personalumkleiden
Die Personalumkleiden sind im Zugangsbereich anzuordnen. Sie sind in Abhängigkeit von der Aufgabenstellung der Intensiveinheit als Schleusen auszubilden. Die Sanitärräume für das Personal sind in diesen Bereich zu integrieren.
Besucherwarteraum
Vor dem Bereich der Intensiveinheit sollte, der Größe der Intensiveinheit entsprechend, ein Besucherwarteraum mit einer angegliederten Toilette vorhanden sein. In Abhängigkeit von der Funktion der Intensiveinheit ist ein Umkleideraum oder eine Garderobe mit verschließbaren Fächern vorzusehen.
Reinraumeigenschaften Stühle
Die glatten, geschlossenen Flächen der Sitz- und Rückenlehnenverschalung beugen bei permanentem Luftstrom der Filteranlage Verwirbelungen vor und verhindern die Ablagerung von Partikeln am Stuhl. Kunstleder, Polster und Polster-Träger werden durch Hinterschäumtechnik fest miteinander verbunden, so dass jede Partikelemission zuverlässig vermieden wird. Alle bimos Reinraumstühle sind nach EN 61340-5-1 elektrostatisch ableitfähig und bieten zuverlässigen Schutz vor elektrostatischer Aufladung. Die Stühle sind mit glanzpolierten und abriebfesten Aluminiumfußkreuzen ausgestattet. Sitzträger- und Rückenlehnenabdeckung sind aus Kunststoff.